Wie kann man im Alltag nachhaltiger sein? Dieser und weiterer Fragen ging die SMV der Helene- Weber-Schule am letzten Dienstag vor den Ferien nach. An insgesamt zehn Stationen konnten sich die interessierten Schülerinnen und Schüler zielgerecht über alternative Lebensweisen, Ressourcenschonung und ökonomisch-ökologische Komponente vertraut machen – von Schülern für Schüler erarbeitet.
Schulleiter Christof Kieser begrüßte die versammelte Schülerschaft zu Beginn des Tages im Schulhof. Er unterstrich die Bedeutung dieses Themas für alle Beteiligten. So sei es wichtig, sich um die Biodiversität, den Umgang mit Ressourcen und über soziale und kulturelle Begleiterscheinungen des Klimawandels zu informieren. Längst sei dies auch bei den jüngeren Menschen angekommen, denn „Fridays for future“ sei in aller Munde. Man müsse aber nicht nach Heidelberg fahren, um dort für das Klima zu protestieren. „Auch wir wollen unseren Teil zu einem nachhaltigeren Umgang beitragen. Deshalb haben wir mit diesem ersten Nachhaltigkeitstag an der HWS eine Art ‚Tuesday for future‘ entwickelt“, erklärte er.

Für die Stationen, die verschiedene mediale Kanäle nutzten, hatten die Schüler jeweils 15 Minuten Zeit. Jede Station wurde dabei von Mitgliedern der SMV präsentiert und begleitet.

An einer Station konnte man sich über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in einer indischen Textilfabrik informieren. Dabei wurden auch Alternativen beim Textilkauf gezeigt. Gleichzeitig wurde auch erklärt, dass es keinesfalls besser sei, Markenklamotten zu kaufen, da diese ebenso in Niedriglohnländern produzieren lassen würden. An einer anderen Station konnten die Schüler sich über den Begriff Nachhaltigkeit und wie man diese ausleben könnte, informieren. Auch ein Tausch- und Spendenflohmarkt war eingerichtet, in dem man Klamotten suchen konnte.


Für einige Ausrufe sorgte die Station „Umfrage CO2-Verbrauch“. Hier konnte man seinen eigenen CO2- Ausstoß, der im Jahr beim Weg zur Schule entsteht, errechnen. Auch die dafür benötigte Kompensation durch Bäume wurde dabei aufgezeigt. Ähnlich funktionierte auch die Station „Fußabdruck“, bei der man seinen generellen ökologischen Fußabdruck durch den PC berechnen lassen konnte.
Für das Bistro und die Juniofirma der Schule ist Nachhaltigkeit bereits seit der Eröffnung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. So setzt man auf regionale Produkte von Bäcker und Metzger aus dem Umfeld. Lange Anfahrtswege und damit CO2-Ausstoß werden somit nach Möglichkeit vermieden. Auch sind einige Verpackungen umweltfreundlich recycelbar. Im Laufe dieses Schuljahres wurden auch zahlreiche Einwegverpackungen in Form von Plastiktüten an den Produkten abgeschafft, um nachhaltiger zu arbeiten.
Am Ende konnten einige Ergebnisse präsentiert werden: So beträgt der jährliche CO2-Ausstoß aller Schüler und Lehrer, verursacht durch den Schulweg, mindestens 52.076 Kilogramm. Um das zu kompensieren benötigt man 2604 Fichten! Bei solchen Zahlen war es kein Wunder, dass die SMV nun darüber nachdenkt, tatsächlich Geld zu sammeln, um Bäume im Auftrag der Schule anpflanzen zu lassen. Für ein anderes Projekt wurde bereits am Nachhaltigkeitstag Geld gesammelt: Von den Spenden kann eine Schule in Afrika drei Monate mit Wasser versorgt werden. Dafür dankte Kieser den Anwesenden.